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Wir müssen dringend Tacheles reden. Wenn wir über den Zustand unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft sprechen, landen wir schnell bei gefeierten Begriffen wie „Gemeinwohl“, „Nachhaltigkeit“ oder „Resilienz“. Doch hinter der glänzenden Fassade schuften unzählige Selbstständige, Freiberuflerinnen und Visionärinnen am Limit.
Wir lassen uns einreden, dass wir einfach nur noch ein bisschen resistenter gegen Stress werden müssen – noch ein Selbstoptimierungs-Podcast, noch ein Resilienz-Coaching. Das ist die typische neoliberale Masche: Strukturelle Probleme werden eiskalt auf das Individuum abgewälzt.
Aber Ausbeutung und Dauerstress verschwinden nicht durch Achtsamkeitsübungen. Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, müssen wir die Mechanik unseres Wirtschaftens an der Wurzel anpacken.
Genau an diesem Punkt kommt die Gemeinsame Ökonomie (GemÖk) ins Spiel. Sie bildet den eigentlichen, ungeschminkten Kern der Gemeinwohl-Idee.
Aber was bedeutet das konkret in der Praxis, ganz ohne akademische Theorie?
Gemeinsame Ökonomie bedeutet, dass Menschen Budgets, Anschaffungen und finanzielle Risiken direkt im Kollektiv teilen. Ein praxiserprobtes Beispiel dafür ist das Modell von Pionierinnen wie Helena Frieda Wolf: In einem vertrauten Kreis werden finanzielle Mittel zusammengelegt. Braucht jemand aus der Gruppe neues Werkzeug oder ein Fahrrad für den Alltag, schaut man gemeinsam in den Spartopf (z. B. einen gemeinsamen Pool von 7.000 Euro) und entscheidet zusammen: Trägt der Topf das gerade, ohne dass wir ins Straucheln geraten? Fällt bei einer freiberuflichen Person durch Krankheit oder Auftragsausfälle das Honorar weg, fängt das Netzwerk diese Durststrecke auf. Das Ganze funktioniert wie ein biologisches Wurzelsystem – ein Myzelium –, das Nährstoffe und Energie immer dorthin leitet, wo sie gerade gebraucht werden.
Erst wenn man dieses Prinzip der gegenseitigen Absicherung versteht, wird der tiefere Sinn dahinter greifbar:
Geld ist im Grunde nur ein Tauschmittel – ein rechnerisches Äquivalent für eine Dienstleistung oder ein Produkt. Was im Leben aber wirklich zählt, lässt sich nicht in Euro messen: Lebenszeit, mentale Gesundheit, Zeitfreiheit, Vertrauen, echte Verbindung und Arbeiten mit Sinn.
Eine Gemeinsame Ökonomie versucht, genau diese Werte zu schützen, indem sie das Überleben vom ständigen Konkurrenzdruck entkoppelt. Das verlangt allerdings etwas, das in unserer Ellenbogengesellschaft extrem selten geworden ist: radikales Vertrauen und den Mut zu echter Kooperation.
Warum sehen wir diese Modelle dann so selten im Alltag? Ganz einfach: Weil wir alle in einem System sozialisiert wurden, das uns auf Verknappung, Mangelangst und Besitzstandswahrung trimmt.
Wenn solidarische Initiativen ins Stocken geraten, liegt das fast nie an fehlenden Werkzeugen oder komplizierten Gesetzen. Es liegt daran, wie wir miteinander umgehen:
Und ganz ehrlich: Wenn ein soziales oder feministisches Projekt nur funktioniert, weil sich eine einzelne Person dafür aufopfert, dann ist das keine Solidarität – das ist Selbstausbeutung im grünen Gewand.
Genau an diesem Punkt muss man den Mut haben, Stopp zu sagen.
Das Konzept für UNO.TEAM – als Idee für die erste feministische Arbeitsgenossenschaft im Osten (#GenoDigital) – war und ist mein Herzensprojekt. Aber ich habe für mich eine ganz klare Entscheidung getroffen: Das Genossenschaftsprojekt liegt aktuell auf Eis.
Warum? Weil das finanzielle, konzeptionelle und emotionale Risiko am Ende allein auf meinen Schultern gelastet hat. Und echte feministische Ökonomie bedeutet eben auch: Radikaler Schutz der eigenen Grenzen, Absage an die 60-Stunden-Woche und Stopp zum Verwertungsdruck.
Echter Vermögensaufbau und wirtschaftliche Selbstermächtigung – gerade für Frauen und FLINTA* hier bei uns im Osten – funktionieren nicht über Selbstaufopferung. Wenn die Basis für echte Vertrauensgemeinschaften im Außen noch nicht trägt, bündele ich meine Kraft voll und ganz auf mich selbst, meine mentale Gesundheit und meine eigenen Projekte.
Erfolg ist für mich keine fette Statuskarte, kein geschäftiges Umherrennen und keine Ansammlung von Pokalen.
Erfolg heißt: Innere Ruhe, Selbstbestimmung, gesundes Wachstum und ein Alltag, der sich nicht wie ein ständiger Notfall anfühlt.
Wer mit mir zusammenarbeiten will, bekommt genau das: Sparring auf Augenhöhe, direkte Worte und praxiserprobte Strukturen ohne BWL-Kauderwelsch. Ich glaube nach wie vor an die Kraft der Gemeinschaft – aber nur dann, wenn alle Beteiligten bereit sind, echte Verantwortung zu tragen. Alles andere ist eine Illusion.

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Wir müssen dringend Tacheles reden. Wenn wir über den Zustand unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft sprechen, landen wir schnell bei gefeierten Begriffen wie „Gemeinwohl“, „Nachhaltigkeit“ oder „Resilienz“. Doch hinter der glänzenden Fassade schuften unzählige Selbstständige, Freiberuflerinnen und Visionärinnen am Limit.
Wir lassen uns einreden, dass wir einfach nur noch ein bisschen resistenter gegen Stress werden müssen – noch ein Selbstoptimierungs-Podcast, noch ein Resilienz-Coaching. Das ist die typische neoliberale Masche: Strukturelle Probleme werden eiskalt auf das Individuum abgewälzt.
Aber Ausbeutung und Dauerstress verschwinden nicht durch Achtsamkeitsübungen. Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, müssen wir die Mechanik unseres Wirtschaftens an der Wurzel anpacken.
Genau an diesem Punkt kommt die Gemeinsame Ökonomie (GemÖk) ins Spiel. Sie bildet den eigentlichen, ungeschminkten Kern der Gemeinwohl-Idee.
Aber was bedeutet das konkret in der Praxis, ganz ohne akademische Theorie?
Gemeinsame Ökonomie bedeutet, dass Menschen Budgets, Anschaffungen und finanzielle Risiken direkt im Kollektiv teilen. Ein praxiserprobtes Beispiel dafür ist das Modell von Pionierinnen wie Helena Frieda Wolf: In einem vertrauten Kreis werden finanzielle Mittel zusammengelegt. Braucht jemand aus der Gruppe neues Werkzeug oder ein Fahrrad für den Alltag, schaut man gemeinsam in den Spartopf (z. B. einen gemeinsamen Pool von 7.000 Euro) und entscheidet zusammen: Trägt der Topf das gerade, ohne dass wir ins Straucheln geraten? Fällt bei einer freiberuflichen Person durch Krankheit oder Auftragsausfälle das Honorar weg, fängt das Netzwerk diese Durststrecke auf. Das Ganze funktioniert wie ein biologisches Wurzelsystem – ein Myzelium –, das Nährstoffe und Energie immer dorthin leitet, wo sie gerade gebraucht werden.
Erst wenn man dieses Prinzip der gegenseitigen Absicherung versteht, wird der tiefere Sinn dahinter greifbar:
Geld ist im Grunde nur ein Tauschmittel – ein rechnerisches Äquivalent für eine Dienstleistung oder ein Produkt. Was im Leben aber wirklich zählt, lässt sich nicht in Euro messen: Lebenszeit, mentale Gesundheit, Zeitfreiheit, Vertrauen, echte Verbindung und Arbeiten mit Sinn.
Eine Gemeinsame Ökonomie versucht, genau diese Werte zu schützen, indem sie das Überleben vom ständigen Konkurrenzdruck entkoppelt. Das verlangt allerdings etwas, das in unserer Ellenbogengesellschaft extrem selten geworden ist: radikales Vertrauen und den Mut zu echter Kooperation.
Warum sehen wir diese Modelle dann so selten im Alltag? Ganz einfach: Weil wir alle in einem System sozialisiert wurden, das uns auf Verknappung, Mangelangst und Besitzstandswahrung trimmt.
Wenn solidarische Initiativen ins Stocken geraten, liegt das fast nie an fehlenden Werkzeugen oder komplizierten Gesetzen. Es liegt daran, wie wir miteinander umgehen:
Und ganz ehrlich: Wenn ein soziales oder feministisches Projekt nur funktioniert, weil sich eine einzelne Person dafür aufopfert, dann ist das keine Solidarität – das ist Selbstausbeutung im grünen Gewand.
Genau an diesem Punkt muss man den Mut haben, Stopp zu sagen.
Das Konzept für UNO.TEAM – als Idee für die erste feministische Arbeitsgenossenschaft im Osten (#GenoDigital) – war und ist mein Herzensprojekt. Aber ich habe für mich eine ganz klare Entscheidung getroffen: Das Genossenschaftsprojekt liegt aktuell auf Eis.
Warum? Weil das finanzielle, konzeptionelle und emotionale Risiko am Ende allein auf meinen Schultern gelastet hat. Und echte feministische Ökonomie bedeutet eben auch: Radikaler Schutz der eigenen Grenzen, Absage an die 60-Stunden-Woche und Stopp zum Verwertungsdruck.
Echter Vermögensaufbau und wirtschaftliche Selbstermächtigung – gerade für Frauen und FLINTA* hier bei uns im Osten – funktionieren nicht über Selbstaufopferung. Wenn die Basis für echte Vertrauensgemeinschaften im Außen noch nicht trägt, bündele ich meine Kraft voll und ganz auf mich selbst, meine mentale Gesundheit und meine eigenen Projekte.
Erfolg ist für mich keine fette Statuskarte, kein geschäftiges Umherrennen und keine Ansammlung von Pokalen.
Erfolg heißt: Innere Ruhe, Selbstbestimmung, gesundes Wachstum und ein Alltag, der sich nicht wie ein ständiger Notfall anfühlt.
Wer mit mir zusammenarbeiten will, bekommt genau das: Sparring auf Augenhöhe, direkte Worte und praxiserprobte Strukturen ohne BWL-Kauderwelsch. Ich glaube nach wie vor an die Kraft der Gemeinschaft – aber nur dann, wenn alle Beteiligten bereit sind, echte Verantwortung zu tragen. Alles andere ist eine Illusion.
