
Fast zwei Monate nach Abschluss eines erfolgreichen Coachings verlangt der Bildungsträger nun nachträglich und unbezahlt ein detailliertes Dossier über das Verhalten meines Coachees – für das Jobcenter. Meine Antwort an den Träger war eindeutig: Nein.
Aus zwei Gründen: Erstens werde ich das Sozialgeheimnis wahren und keine hochsensiblen, personenbezogenen Daten unverschlüsselt per E-Mail versenden. Zweitens habe ich einen Honorarvertrag für Unterrichtseinheiten – und keinen Werkvertrag für kostenlose Verwaltungsakte. Ich könnte diesen Bericht, den beim Amt ohnehin niemand liest, in drei Minuten von einer KI halluzinieren lassen. Aber ich verweigere mich diesem Kontrollwahn. In einem Arbeitsmarkt, in dem massenhaft Jobs wegbrechen, ist das Schreiben sinnloser Dossiers reine Machtdemonstration. Es ist Zeit für zivilen Ungehorsam im Mikrobereich.
