Soziokratie
Narratives
SafeSpace

Thought #61: Warum wir Verantwortung gern auf andere abwälzen

Veröffentlicht am
September 20, 2026

Ich glaube, ein großer Fehler, den wir alle machen, ist dieses ständige Jammern: „Alles wird teurer, das Leben ist ungerecht, es gibt keine Chancen mehr.“ Die Politik hat dazu sofort Erklärungen parat, warum alles schlecht ist, warum es keine Lösungen geben kann und warum wir psychische Probleme kriegen oder in Kriege gezogen werden.  

Das eigentliche Problem ist aber: Die Mehrheit sucht den Schuldigen nie bei sich selbst, sondern wälzt die Verantwortung bequem auf einzelne Personen oder Organisationen ab. Das ist dieses ewige Geraune von „die da oben machen ja doch, was sie wollen“. Wir sind kaum bereit zu sagen: „Ich bin Teil dieser Gesellschaft, vielleicht habe ich ja auch einen eigenen Anteil an diesem Zustand.“  

Dabei haben wir doch jederzeit die Möglichkeit, uns zu vernetzen und über Lösungen auszutauschen. Aber da winkt die Mehrheit schon ab: „Gibt keine Lösung, kein Bock, mich damit zu befassen.“  

Dabei liegen die Lösungen längst offensichtlich auf dem Tisch! Für die Rentenversorgung, das Gesundheitssystem, Care-Arbeit, Kinderbetreuung, Energieversorgung – für all das gibt es bereits ein gutes System. Und dieses System heißt Gemeinwohl-Ökonomie. Wir hatten noch nie ein gesellschaftliches System, das gerecht und nachhaltig genug war, damit sich wirklich alle Menschen entfalten können. Es wird Zeit, genau das aufzubauen.