Thinking Patterns
Narratives

Thought #60: Das Narrative von der gespaltenen Gesellschaft

Veröffentlicht am
September 20, 2026

Seit einigen Jahren wird ja ständig darüber gesprochen, dass die Bevölkerung gespalten sei, dass es nur noch Lagerdenken gebe und die Politik keine Lösungen mehr finde.  

Aus meiner Sicht ist diese Analyse nur bedingt richtig. In Wahrheit sind sich nämlich immer mehr Menschen einig – völlig unabhängig von ihrer politischen Einstellung. Es wächst doch überall die Zahl derer, die sagen: „Ich kann mir das Leben schlicht nicht mehr leisten.“ Alles wird teurer, der finanzielle Druck steigt und die Angst wächst, aus der Mitte der Gesellschaft nach unten gedrängt zu werden.  

Viele sagen doch: „Politik interessiert mich gar nicht. Was mich interessiert, ist mein Leben und das meiner Kinder.“ Aber genau da sehen sie immer weniger Chancen. Sie haben Angst, mit dem Rücken zur Wand zu stehen und in die Grundsicherung zu rutschen. Und aus der Grundsicherung kommst du bekanntlich verdammt schwer wieder raus.  

Manche fallen sogar noch weiter durch das Netz und landen am Ende auf der Straße. Und niemand lebt dort freiwillig – entgegen diesem weit verbreiteten Narrativ von wegen „die wollen das ja so“ oder „selber schuld“.