Vom Elfenbeinturm in die Praxis: Warum wir die Neue Ökonomie endlich für den Alltag bauen

Veröffentlicht am
August 15, 2026
von

Das neoliberale Wirtschaftssystem brennt an beiden Enden: Auf der einen Seite fordern wir Rohstoffe bis zur Erschöpfung der Natur und überschreiten planetare Grenzen (Overshoot). Auf der anderen Seite fordern wir Leistung bis zur Erschöpfung des eigenen Körpers, externalisieren Umweltkosten und internalisieren alltägliche Stresskosten. Aus Menschen werden bloße Funktionen gemacht, während wir Wachstum ohne Regenerationsquote und Verantwortung ohne Erholung planen.  

Gleichzeitig verharrt die internationale Diskussion um Alternativen wie Degrowth oder die Wellbeing Economy (in der Nachfolge des Club of Rome) häufig in einer akademischen Blase. Theorien und Think-Tank-Papiere bringen aber einer Pflegerin, einer Alleinerziehenden, einer freiberuflichen Therapeutin, einer Jobcenter-Kundin oder einer geflüchteten Frau am Montagmorgen keine konkrete Entlastung.  

Wir schließen genau diese Lücke: Wir entwickeln einen modularen Praxiskurs, der abstrakte Wirtschaftsreformen in konkrete Werkzeuge für das echte Leben übersetzt.  

Warum wir dieses Projekt starten

Die Notwendigkeit für diesen Kurs entspringt zwei harten Realitäten:

  1. Systemische Erschöpfung statt persönlichem Versagen: Frauen in Care-Berufen, im Handwerk, in der Kunst oder im Sprachunterricht wird eingeredet, sie müssten nur „resilienter“ werden. Dabei ist das Problem ein System, das menschliche Fürsorge und Lebenszeit systematisch entwertet und ausbeutet.  
  2. Die akademische Entkopplung: Selbst fortschrittliche Bewegungen verpassen oft den Anschluss an die Basis. Viele Selbstständige und geflüchtete Frauen scheitern nicht an fehlenden Ideen, sondern an starren bürokratischen Barrieren, Zwang zur Meisterpflicht, unübersichtlichen Jobcenter-Auflagen und isoliertem Risiko.  

Wir wollen die Theorien zur Transformation nicht länger nur diskutieren, sondern sie erlebbar, nutzbar und praxistauglich machen.  

Was wir vorhaben: Der modulare Praxiskurs

Der Kurs ist als flexibler Baukasten konzipiert, der als Grundlage für Online-Angebote, Vor-Ort-Workshops und Seminare dient. Um sicherzustellen, dass das Angebot nicht am Bedarf vorbeigeht, binden wir von Beginn an Vertreterinnen der Zielgruppen als Ko-Kreatorinnen ein – darunter Studentinnen, geflüchtete Frauen aus der Ukraine und arabischsprachigen Ländern, Jobcenter-Kundinnen und Freiberuflerinnen.  

Das Curriculum ruht auf vier zentralen Säulen:

  • Modul 1: Mental Health, Care-Arbeit & Regeneration
  • Wir analysieren die Logik von Dauerbeschleunigung und Burnout. Wie hören wir auf, Stresskosten privat zu internalisieren, und wie verankern wir Erholungsquoten in unserem Arbeitsalltag?  
  • Modul 2: Patriarchatskritik & Feministisches Geld-Mindset
  • Wir beleuchten die Verzahnung von Kapitalismus und Patriarchat sowie strukturelle Benachteiligungen bei Einkommen und Vermögen (besonders im Ost-West-Gefälle). Wir reflektieren unbewusste Geld-Glaubenssätze und entwickeln Strategien für finanzielle Selbstermächtigung.  
  • Modul 3: GemÖk & Pay What You Can (PWYC) in der Praxis
  • Wir erproben Werkzeuge der Gemeinsamen Ökonomie (GemÖk): Wie funktionieren private Notfall-Töpfe und Myzelium-Netzwerke zur Risikoteilung? Wie lassen sich Pay What You Can-Preismodelle so gestalten, dass Teilnahme ermöglicht und Wertschätzung gesichert wird, ohne in Mangeldenken zu verfallen?  
  • Modul 4: GenoDigital – Genossenschaftliche Schutzräume
  • Wir zeigen Wege aus der isolierten Einzelkämpferinnen-Exexistenz. Über digitale Genossenschaftsmodelle (wie UNO.TEAM) teilen wir Bürokratie, Verwaltung und Infrastruktur, ohne dass das Risiko an einer einzelnen Person hängen bleibt. Entscheidungen treffen wir dabei praxisnah mittels Systemischem Konsensieren (Widerstandsmessung statt starrer Mehrheitsentscheide).  

Wie wir arbeiten: Interaktiv und wirksam

Der Kurs verzichtet bewusst auf Frontalunterricht. Stattdessen arbeiten wir mit erfahrungsorientierten Formaten, interaktiven Übungen und praxisnahen Simulationen:  

  • Der PWYC-Kalkulator: Teilnehmende berechnen eigene Preisspannen (Basis, Fair, Fülle), um den Schritt von der Notfall-Logik in eine tragfähige Umverteilung zu gehen.  
  • Der Bürokratie-Schutzschild: Wir analysieren administrative Hürden (Finanzamt, Versicherungen, Ämter) und entwickeln shared-Infrastrukturen zur Entlastung.  
  • Interaktive Wissenstests: Niedrigschwellige Quiz-Formate zur spielerischen Verankerung von Begrifflichkeiten rund um Gemeingüter, Care-Ökonomie und genossenschaftliche Teilhabe.  

Ein Bündnis für den Wandel

Um diese Bewegung nachhaltig zu verankern, nutzen wir dieses Kurskonzept als strategische Grundlage für Kooperationen und Pitches bei starken Partnerinnen im Ökosystem – darunter SINN Sachsen (Soziale Innovationen), die Kinnings Stiftung, Startnext sowie Fördernetzwerke wie das Ostwerk der Sparda-Bank Berlin.  

Echte gesellschaftliche Transformation beginnt nicht in Vorlesungssälen, sondern dort, wo Frauen sich zusammenschließen, Ressourcen teilen und dem Ausbeutungssystem eine gelebte, solidarische Praxis entgegensetzen.  

Vom Elfenbeinturm in die Praxis: Warum wir die Neue Ökonomie endlich für den Alltag bauen

Veröffentlicht am
August 15, 2026
von

Das neoliberale Wirtschaftssystem brennt an beiden Enden: Auf der einen Seite fordern wir Rohstoffe bis zur Erschöpfung der Natur und überschreiten planetare Grenzen (Overshoot). Auf der anderen Seite fordern wir Leistung bis zur Erschöpfung des eigenen Körpers, externalisieren Umweltkosten und internalisieren alltägliche Stresskosten. Aus Menschen werden bloße Funktionen gemacht, während wir Wachstum ohne Regenerationsquote und Verantwortung ohne Erholung planen.  

Gleichzeitig verharrt die internationale Diskussion um Alternativen wie Degrowth oder die Wellbeing Economy (in der Nachfolge des Club of Rome) häufig in einer akademischen Blase. Theorien und Think-Tank-Papiere bringen aber einer Pflegerin, einer Alleinerziehenden, einer freiberuflichen Therapeutin, einer Jobcenter-Kundin oder einer geflüchteten Frau am Montagmorgen keine konkrete Entlastung.  

Wir schließen genau diese Lücke: Wir entwickeln einen modularen Praxiskurs, der abstrakte Wirtschaftsreformen in konkrete Werkzeuge für das echte Leben übersetzt.  

Warum wir dieses Projekt starten

Die Notwendigkeit für diesen Kurs entspringt zwei harten Realitäten:

  1. Systemische Erschöpfung statt persönlichem Versagen: Frauen in Care-Berufen, im Handwerk, in der Kunst oder im Sprachunterricht wird eingeredet, sie müssten nur „resilienter“ werden. Dabei ist das Problem ein System, das menschliche Fürsorge und Lebenszeit systematisch entwertet und ausbeutet.  
  2. Die akademische Entkopplung: Selbst fortschrittliche Bewegungen verpassen oft den Anschluss an die Basis. Viele Selbstständige und geflüchtete Frauen scheitern nicht an fehlenden Ideen, sondern an starren bürokratischen Barrieren, Zwang zur Meisterpflicht, unübersichtlichen Jobcenter-Auflagen und isoliertem Risiko.  

Wir wollen die Theorien zur Transformation nicht länger nur diskutieren, sondern sie erlebbar, nutzbar und praxistauglich machen.  

Was wir vorhaben: Der modulare Praxiskurs

Der Kurs ist als flexibler Baukasten konzipiert, der als Grundlage für Online-Angebote, Vor-Ort-Workshops und Seminare dient. Um sicherzustellen, dass das Angebot nicht am Bedarf vorbeigeht, binden wir von Beginn an Vertreterinnen der Zielgruppen als Ko-Kreatorinnen ein – darunter Studentinnen, geflüchtete Frauen aus der Ukraine und arabischsprachigen Ländern, Jobcenter-Kundinnen und Freiberuflerinnen.  

Das Curriculum ruht auf vier zentralen Säulen:

  • Modul 1: Mental Health, Care-Arbeit & Regeneration
  • Wir analysieren die Logik von Dauerbeschleunigung und Burnout. Wie hören wir auf, Stresskosten privat zu internalisieren, und wie verankern wir Erholungsquoten in unserem Arbeitsalltag?  
  • Modul 2: Patriarchatskritik & Feministisches Geld-Mindset
  • Wir beleuchten die Verzahnung von Kapitalismus und Patriarchat sowie strukturelle Benachteiligungen bei Einkommen und Vermögen (besonders im Ost-West-Gefälle). Wir reflektieren unbewusste Geld-Glaubenssätze und entwickeln Strategien für finanzielle Selbstermächtigung.  
  • Modul 3: GemÖk & Pay What You Can (PWYC) in der Praxis
  • Wir erproben Werkzeuge der Gemeinsamen Ökonomie (GemÖk): Wie funktionieren private Notfall-Töpfe und Myzelium-Netzwerke zur Risikoteilung? Wie lassen sich Pay What You Can-Preismodelle so gestalten, dass Teilnahme ermöglicht und Wertschätzung gesichert wird, ohne in Mangeldenken zu verfallen?  
  • Modul 4: GenoDigital – Genossenschaftliche Schutzräume
  • Wir zeigen Wege aus der isolierten Einzelkämpferinnen-Exexistenz. Über digitale Genossenschaftsmodelle (wie UNO.TEAM) teilen wir Bürokratie, Verwaltung und Infrastruktur, ohne dass das Risiko an einer einzelnen Person hängen bleibt. Entscheidungen treffen wir dabei praxisnah mittels Systemischem Konsensieren (Widerstandsmessung statt starrer Mehrheitsentscheide).  

Wie wir arbeiten: Interaktiv und wirksam

Der Kurs verzichtet bewusst auf Frontalunterricht. Stattdessen arbeiten wir mit erfahrungsorientierten Formaten, interaktiven Übungen und praxisnahen Simulationen:  

  • Der PWYC-Kalkulator: Teilnehmende berechnen eigene Preisspannen (Basis, Fair, Fülle), um den Schritt von der Notfall-Logik in eine tragfähige Umverteilung zu gehen.  
  • Der Bürokratie-Schutzschild: Wir analysieren administrative Hürden (Finanzamt, Versicherungen, Ämter) und entwickeln shared-Infrastrukturen zur Entlastung.  
  • Interaktive Wissenstests: Niedrigschwellige Quiz-Formate zur spielerischen Verankerung von Begrifflichkeiten rund um Gemeingüter, Care-Ökonomie und genossenschaftliche Teilhabe.  

Ein Bündnis für den Wandel

Um diese Bewegung nachhaltig zu verankern, nutzen wir dieses Kurskonzept als strategische Grundlage für Kooperationen und Pitches bei starken Partnerinnen im Ökosystem – darunter SINN Sachsen (Soziale Innovationen), die Kinnings Stiftung, Startnext sowie Fördernetzwerke wie das Ostwerk der Sparda-Bank Berlin.  

Echte gesellschaftliche Transformation beginnt nicht in Vorlesungssälen, sondern dort, wo Frauen sich zusammenschließen, Ressourcen teilen und dem Ausbeutungssystem eine gelebte, solidarische Praxis entgegensetzen.