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Die Debatte um die sozial-ökologische Transformation leidet unter einer weit verbreiteten Kurzsichtigkeit: Klassismus wird als strukturelles Diskriminierungsmerkmal häufig übersehen. Selbst in der akademischen Transformationsforschung, der Psychologie und der Soziologie ist der Begriff und das dahinterliegende Phänomen für viele Forschende überraschend neu oder unzureichend greifbar. So räumen selbst promovierte Forschende in Transformationsnetzwerken ein, das Konzept des Klassismus kaum zu kennen und gesellschaftliche Unterschiede lieber in milieuspezifische Kategorien einzusortieren. Während in theoretischen Zirkeln über neue Wirtschaftsformen debattiert wird, entsteht zeitgleich ein prekarisiertes akademisches Feld: Unzählige Hochschulabsolventinnen starten ihre Laufbahn in staatlicher Grundsicherung und erleben bürokratische Stigmatisierung im Jobcenter. Die Abstraktion der Wissenschaft erreicht diejenigen nicht, die im Alltag gegen ökonomische Barrieren kämpfen.
Ein verräterisches Indiz für diese strukturelle Schieflage findet sich in der Sprache: Fast ausschließlich im deutschsprachigen Raum wird gebetsmühlenartig gefordert, miteinander „auf Augenhöhe“ zu kommunizieren. Dass dieser Ausdruck überhaupt ständiger Beschwörung bedarf, offenbart das zugrundeliegende Problem: Eine Begegnung auf gleicher Stufe ist im von Titeln, Zeugnissen und Hierarchien geprägten Sprachraum eben keine Selbstverständlichkeit, sondern die bewusste Ausnahme. In Kulturräumen mit geringerer Machtdistanz (low power distance) wie im englischsprachigen Raum ist die prinzipielle Gleichrangigkeit im beruflichen Miteinander fester verankert, ohne dass sie erst rhetorisch eingefordert werden muss.
Klassismus wirkt nicht isoliert. Er ist das direkte Produkt historisch gewachsener patriarchaler Machtstrukturen, von Konzern-Lobbyismus und einer rein verwertungsorientierten Ökonomie. Er verbindet sich systematisch mit weiteren Exklusionsformen:
Dass das Durchbrechen dieser Hierarchien im Alltag gelingen kann, zeigen reale Gegenbeispiele:
In einer Neuen Gemeinwohl-Ökonomie darf es keinen Platz für neoliberalen Klassismus geben. Werkzeuge wie die Gemeinsame Ökonomie (GemÖk) und Pay What You Can (PWYC) wirken als reale Klassismus-Killer. Indem feste Marktpreise durch transparente Beitragsrunden und flexible Tauschmodelle ersetzt werden, entkoppeln wir gesellschaftliche Teilhabe vom Geldbeutel, bauen tragfähige „Wertebrücken“ und schaffen geschützte Räume der gegenseitigen Absicherung.

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Die Debatte um die sozial-ökologische Transformation leidet unter einer weit verbreiteten Kurzsichtigkeit: Klassismus wird als strukturelles Diskriminierungsmerkmal häufig übersehen. Selbst in der akademischen Transformationsforschung, der Psychologie und der Soziologie ist der Begriff und das dahinterliegende Phänomen für viele Forschende überraschend neu oder unzureichend greifbar. So räumen selbst promovierte Forschende in Transformationsnetzwerken ein, das Konzept des Klassismus kaum zu kennen und gesellschaftliche Unterschiede lieber in milieuspezifische Kategorien einzusortieren. Während in theoretischen Zirkeln über neue Wirtschaftsformen debattiert wird, entsteht zeitgleich ein prekarisiertes akademisches Feld: Unzählige Hochschulabsolventinnen starten ihre Laufbahn in staatlicher Grundsicherung und erleben bürokratische Stigmatisierung im Jobcenter. Die Abstraktion der Wissenschaft erreicht diejenigen nicht, die im Alltag gegen ökonomische Barrieren kämpfen.
Ein verräterisches Indiz für diese strukturelle Schieflage findet sich in der Sprache: Fast ausschließlich im deutschsprachigen Raum wird gebetsmühlenartig gefordert, miteinander „auf Augenhöhe“ zu kommunizieren. Dass dieser Ausdruck überhaupt ständiger Beschwörung bedarf, offenbart das zugrundeliegende Problem: Eine Begegnung auf gleicher Stufe ist im von Titeln, Zeugnissen und Hierarchien geprägten Sprachraum eben keine Selbstverständlichkeit, sondern die bewusste Ausnahme. In Kulturräumen mit geringerer Machtdistanz (low power distance) wie im englischsprachigen Raum ist die prinzipielle Gleichrangigkeit im beruflichen Miteinander fester verankert, ohne dass sie erst rhetorisch eingefordert werden muss.
Klassismus wirkt nicht isoliert. Er ist das direkte Produkt historisch gewachsener patriarchaler Machtstrukturen, von Konzern-Lobbyismus und einer rein verwertungsorientierten Ökonomie. Er verbindet sich systematisch mit weiteren Exklusionsformen:
Dass das Durchbrechen dieser Hierarchien im Alltag gelingen kann, zeigen reale Gegenbeispiele:
In einer Neuen Gemeinwohl-Ökonomie darf es keinen Platz für neoliberalen Klassismus geben. Werkzeuge wie die Gemeinsame Ökonomie (GemÖk) und Pay What You Can (PWYC) wirken als reale Klassismus-Killer. Indem feste Marktpreise durch transparente Beitragsrunden und flexible Tauschmodelle ersetzt werden, entkoppeln wir gesellschaftliche Teilhabe vom Geldbeutel, bauen tragfähige „Wertebrücken“ und schaffen geschützte Räume der gegenseitigen Absicherung.
