
Die letzten Monate habe ich unter anderem als freiberuflicher Jobcoach gearbeitet – finanziert über den sogenannten AVGS, den „Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein“. Allein diese bürokratische Bezeichnung ist eine Frechheit: Sie suggeriert, dass Menschen vom Staat erst „aktiviert“ werden müssen – ein euphemistischer Deckmantel für das Narrativ, Erwerbslose seien schlicht faul.
Das erinnert an Äußerungen von SPD-Chef Lars Klingbeil, der betonte, man mache „Politik für die Fleißigen, die früh aufstehen“. Die Botschaft dahinter ist klar: Es gibt die braven Fleißigen, die sich dem System fügen, und die Faulen, die sich verweigern. Der AVGS ist die sprachliche Übersetzung dieses Denkens: Ein bürokratisches Instrument zur Entmündigung und Abwertung von Menschen.
