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Thought #68: Das Scheitern als Glücksfall und die 15.000-Euro-Frage

Veröffentlicht am
September 20, 2026

Nach dem Verkauf der Website und der Erfahrung mit der GmbH musste ich relativ schnell Insolvenz anmelden. Das Verfahren wegen Insolvenzverschleppung wurde eingestellt, aber wegen Umsatzsteuerschulden habe ich 2016 Privatinsolvenz angemeldet. Damals galt noch die Fünf-Jahres-Frist. Ich hatte das große Glück, dass ich selbstständig bleiben durfte, eine Gewerbefreigabe bekam und meine Einnahmen behalten konnte.  

In der Phase danach habe ich analysiert, was eigentlich falsch gelaufen ist. Im Ergebnis wurde mir klar: Dass die GmbH scheitern musste, war ein absoluter Glücksfall. Dieses Unternehmen wäre sonst zu einer echten Liability, zu einer Last geworden, die mich beherrscht hätte – und nicht umgekehrt. So hatte ich die Chance, mein Leben, meine Ziele und mich selbst grundlegend zu hinterfragen.  

Später wollte ich diesen Erfolg noch einmal wiederholen und habe die Website neu aufgebaut. study.com hatte sie nie wirklich genutzt, das Forum stand noch und Google hat es wieder indiziert. Aber die Zeiten hatten sich geändert. Das alte Monetarisierungsmodell mit AdSense und ESL-Materialien funktionierte nach 2016 im Netz nicht mehr so wie früher.  

Rund um 2018 oder 2019 hatte ich dann einen echten Schreckmoment. Ich stellte mir vor: Wie toll wäre es, wenn ich wieder 15.000 Euro im Monat mit der Website generieren könnte? Und plötzlich traf es mich:

Was machst du eigentlich, wenn du das wieder erreichst, diese 15.000 Euro auf dem Konto hast – und trotzdem nicht glücklich bist?

Da ist mir bewusst geworden, dass es im Leben um ganz andere Dinge gehen muss, als nur eine Website zu betreiben und 15.000 Euro im Monat zu verdienen.