
Ich schaue mir gerade in der ARD den Festumzug zur Eröffnung des Oktoberfests an. Seit zweieinhalb Stunden ziehen da Schützenvereine, Jägervereine und Trachtenkapellen vorbei. Alle sind begeistert und feiern das als tolles Kulturerbe. Ich denke mir nur: "Ach du Elend!" Der Ursprung von Schützenvereinen liegt im Mittelalter, als Städte sich eingemauert haben, um sich vor anderen zu isolieren. Schon damals ging es um Grabenkämpfe, Misstrauen und das Gefühl, dass die Ressourcen nicht für alle reichen. Was hat das heute noch mit echter Gemeinschaft zu tun? Eine Person schießt auf ein Ziel, alle anderen stehen herum und schauen zu. Das ist doch überhaupt nicht mehr zeitgemäß.
Dabei haben wir hier eigentlich riesige, gewachsene Vereinsstrukturen und lokale Gemeinschaften. Diese Verbände wären prädestiniert dafür, das Gemeinwohl voranzubringen. Wir müssen doch nicht bei diesen alten Zielen und verstaubten Werten stehenbleiben. Warum nutzen wir dieses gewaltige Potenzial nicht, um über unsere Vereine neue Dinge zu etablieren – wie die Gemeinwohl-Ökonomie, Nachhaltigkeit und echte Daseinsvorsorge?
