
In ihrem Roman Das siebte Kreuz beschreibt Anna Seghers die Flucht von sieben Häftlingen aus einem Konzentrationslager. Die Gestapo stellt sieben Kreuze auf, um alle Geflohenen darauf festzunageln und die Bevölkerung einzuschüchtern. Sie fängt sechs von ihnen. Doch das siebte Kreuz bleibt leer, weil einfache Menschen ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, um dem letzten Entkommenen zu helfen. Dieses leere Kreuz steht für eine unumstößliche Wahrheit: Kein faschistisches System ist jemals allmächtig. Es stößt genau an seine Grenzen, sobald einzelne Menschen den Mut aufbringen, einander beizustehen und Menschlichkeit über die eigene Angst zu stellen.
