
In der heutigen Arbeitswelt tragen fast alle Menschen eine Maske. Wir passen unsere Lebensläufe an, verstellen uns für Karrierechancen und ordnen unsere Werte den Vorgaben korrupter oder patriarchaler Konzernstrukturen unter. Wie der niederländische Historiker Rutger Bregman in seinen Arbeiten zu moralischer Ambition aufzeigt, verformen diese alltäglichen Zugeständnisse unser gesellschaftliches Zusammenleben tiefgreifend.
Wir müssen die unverfälschte Ehrlichkeit von Kindern zurückgewinnen, die unvoreingenommen aussprechen, was ist. Wenn wir aufhören, ständig Rollen zu spielen, und stattdessen wagen, im digitalen wie im realen Raum ungeschminkt unsere echten Gedanken und Werte zu teilen, verändert sich die Gesprächskultur. Nur durch schutzlose Ehrlichkeit begegnen wir einander wieder auf echter Augenhöhe. Das legt das Fundament, auf dem die traditionelle Repräsentativdemokratie heilen und sich zur Soziokratie weiterentwickeln kann.
