
Meine persönliche Zeit mit Computern begann 1995 – ein Jahr zuvor war ich noch an der Universität Leipzig für den Diplomstudiengang Sprachmittler Russisch-Englisch eingeschrieben. Wir hatten damals fakultativ eine Einführung in die Nutzung von Computern im Computerkabinett. Das war noch die Zeit vor Windows 95, vermutlich Windows 3.1, wo alles über abstrakte Befehle bedient werden musste. Ich habe absolut gar nichts verstanden. Der Dozent gab uns schließlich eine Hausaufgabe auf Floppy Disks mit: Wir sollten uns jemanden mit einem PC suchen, das Programm installieren und ein paar Tests durchführen.
Der Einzige in meinem Bekanntenkreis mit einem PC war mein Schwager Peter, ein Volljurist mit einer Allianz-Generalagentur in Marienberg im Erzgebirge. Ich durfte seinen Rechner nutzen, aber vertraut hat er mir wohl nicht. Prompt stürzte bei der Installation sein gesamtes Allianz-System ab. Das war für mich eine zutiefst traumatische Erfahrung, weshalb ich danach erst einmal ein ganzes Jahr lang keinen Computer mehr anfasste.
Die Wende kam durch einen Ferienjob als LKW-Fahrer. Meinen LKW-Führerschein hatte ich noch in der DDR mit 15 oder 16 Jahren gemacht, der mit 18 gültig wurde. Bei einer Spedition in der Mockauer Straße saß eine junge Sachbearbeiterin an einem Rechner und zeigte uns Fahrern eines Tages eine Maus. Eine grafische Benutzeroberfläche, auf der man einfach klicken konnte – das war für uns eine völlig neuartige Welt.
