
Eine entscheidende Methode für basisdemokratische Entscheidungen – vor allem in Genossenschaften, Soziokratien und community-basierten Projekten – stammt erstaunlicherweise nicht aus dem angloamerikanischen Raum. Sie wurde bereits in den 80er-Jahren in Österreich von zwei Mathematikern und Softwareentwicklern entwickelt: das Systemische Konsensieren.
Das Verfahren funktioniert völlig anders als klassische Abstimmungen. Wenn im Team ein Problem vorliegt, werden verschiedene Lösungsvorschläge erarbeitet und diskutiert. Bei der anschließenden Abstimmung misst man jedoch nicht die Befürwortung oder Begeisterung, sondern den Widerstand. Jede beteiligte Denkerin und Entscheidungsträgerin vergibt pro Option maximal 10 Widerstandspunkte. Am Ende werden die Punkte zusammengezählt: Die Option mit dem geringsten kollektiven Widerstand gewinnt. Das verhindert wirksam, dass eine einfache Mehrheit die Minderheit überstimmt und Menschen gezwungen werden, mit Kompromissen zu leben, die sie im Kern ablehnen.
Diana Osterhage hat dieses Verfahren vor einigen Jahren bei der Gründung einer bundesweiten Partei bereits erfolgreich angewendet. Auch wir bei UNO.TEAM werden das Systemische Konsensieren schrittweise einführen, in unseren Kursen weitervermitteln und zu einem festen Baustein in unserem Projekt Reallabor Plagwitz machen.
