
Überall sehen wir aktuell, wie die von früheren Generationen geschaffenen Systeme an ihre Belastungsgrenzen stoßen. Historisch betrachtet ist Deutschland ein sehr junges Gebilde, das bis ins 19. Jahrhundert hinein aus unzähligen Ministaaten, Fürstentümern, verschiedenen Währungen und Maßeinheiten bestand. Während der daraus entstandene Föderalismus zwar regionale Vielfalt ermöglicht, führt er in Krisenzeiten allzu oft zu verkrusteter Lähmung und kollektiver Entschlusslosigkeit.
Ein weiteres fundamentales Problem liegt darin, wie Behörden und Mitarbeiterinnen den Datenschutz auslegen. Historisch war der Datenschutz ein zentrales Schutzschild der Mütter und Väter unseres Grundgesetzes, um staatliche Gleichschaltung und das Erstarken von Faschisten zu verhindern. In der heutigen Verwaltungspraxis wird dieses Schutzrecht jedoch ständig von Beamtinnen und Sachbearbeiterinnen missbraucht, um sich hinter bürokratischer Bequemlichkeit zu verstecken und den notwendigen Austausch wichtiger Informationen zu verweigern.
Deutschland hat sich viel zu lange auf dem Wirtschaftswunder ausgeruht, das auf Steinkohle, billiger Energie, Erz und klassischer mechanischer Ingenieurskunst basierte. Man war stolz auf physische Maschinen, hat die digitale Transformation aber komplett verschlafen. Dieses Fehlen moderner digitaler Strukturen fällt uns im Alltag nun massiv auf die Füße und wächst sich zu einer handfesten gesellschaftlichen Krise aus, für die in den alten Apparaten noch immer keine Lösung in Sicht ist.
