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Thought #140: Übergriffigkeit mit System – Wenn niemand mehr eingreift

Veröffentlicht am
September 26, 2026

Mir wurde von mehreren Geflüchteten an den Standorten Dresden und Leipzig geschildert, was ihnen beim geförderten AVGS-Coaching passiert ist. Ein Coach fragte eine betroffene Person direkt ins Gesicht: „Warum bist du hier und kämpfst nicht an der Front gegen Putin?“ Das ist nicht nur absolut übergriffig und deplatziert, sondern steht im kompletten Widerspruch zum öffentlichen Bildungsauftrag.  

Das eigentliche Problem ist aber die Struktur dahinter: Die Betroffenen haben überhaupt keinen Rückkanal. Sie haben Angst vor dem Jobcenter, sind eingeschüchtert und können das auf Deutsch oft gar nicht artikulieren. Als ich diesen Vorfall bei Mitarbeiterinnen angesprochen habe, waren sie zwar schockiert, aber gaben offen zu, dass sie selbst absolut gar nichts machen können. Das System ist so tief festgefahren, dass solche Übergriffe keine Ausnahmen sind, sondern fast schon die Norm. Viele Akteure kassieren einfach das Geld vom Amt, stecken in ihren alten Denkmustern fest und niemand übernimmt Verantwortung. Echter Wandel entsteht erst, wenn wir eigene, gemeinwohlorientierte Alternativen aufbauen und diesen verkrusteten Strukturen etwas entgegenzusetzen haben.

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