
Dass wir in unserer Gesellschaft überhaupt ein Wort wie „Teilhabe“ benötigen, offenbart bereits die tiefere Schieflage unseres Systems. Wenn ein Mensch in eine Gemeinschaft hineingeboren wird, ist er von Natur aus Teil davon. Er sollte sich seinen Platz im Miteinander nicht erst ökonomisch verdienen oder bürokratisch zugestanden bekommen müssen. Im Neoliberalismus wird die Daseinsvorsorge stufenweise zurückgefahren, während immer mehr Menschen an die Ränder und nach unten gedrängt werden. Dass wir Grundrechte und menschliches Dabeisein heute als „Teilhabe-Maßnahmen“ verwalten müssen, ist kein sozialer Fortschritt, sondern das deutliche Symptom einer zutiefst spaltenden Ökonomie.
