Thought #399: BMW: PR-Geste statt echter Haltung

Veröffentlicht am
October 10, 2026

BMW hat dem frisch gewählten AfD-Landtagspräsidenten Rausch verweigert, einen BMW-Dienstwagen zur Verfügung zu stellen. Oberflächlich betrachtet ist das erst einmal eine positive Schlagzeile: Ein Großkonzern positioniert sich scheinbar klar gegen Rechtsextremismus. Doch wenn man genauer hinschaut, bleibt vor allem PR.  

Meine Frau stammt aus Wolgograd – dem ehemaligen Stalingrad. Sie ist Millennial und damit noch eine Generation weiter weg vom Zweiten Weltkrieg, aber als gebürtige Wolgograderin natürlich tief mit der Geschichte ihrer Stadt verbunden. 2017 – fünf Jahre vor dem brutalen Angriffskrieg des Kriegsverbrechers Putin auf die Ukraine – haben wir ihre Heimatstadt besucht. Wir waren auf dem Mamajew-Hügel, im Planetarium und im historischen Museum zur Schlacht von Stalingrad.  

In der Ausstellung stand ein altes BMW-Beiwagenmotorrad der Wehrmacht. Was mich damals extrem beeindruckt und schockiert hat: Es trug exakt dasselbe BMW-Emblem wie meine damalige BMW GS 700. Ich dachte mir nur: ‍

What the f*ck, BMW hat es nach dem Zweiten Weltkrieg nicht einmal fertiggebracht, ihr Logo zu ändern. ‍

Der Konzern ist durch den Faschismus, durch den Weltkrieg und die Wehrmacht groß geworden und hat dort massiv Kohle gemacht.  

Die Familie Quandt – bis heute Hauptaktionär und Multi-Milliardäre in Deutschland – gehört zu den großen Gewinnern und Nutznießern der Nazi-Zeit und des Krieges.  

Dass BMW der AfD heute keinen Dienstwagen gibt, ist nett für die Medien. Aber wenn die AfD in zwei Jahren flächendeckend an der Regierung sein sollte, werden sich BMW und die Quandts genauso wieder beugen. Denn am Ende geht es dem Konzern nur ums Geld und um nichts anderes.  

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