
Auf LinkedIn bin ich heute auf einen Beitrag von Rebecca Ulmann aufmerksam geworden. Sie ist Unternehmerin aus Leipzig und hat die Marke „Networking Queen“ aufgebaut. Rebecca hat sich mit einem Hilferuf an ihr Netzwerk gewandt, weil ihr Unternehmen in eine schwere wirtschaftliche Schieflage geraten ist. Der Grund: Kunden brechen weg und Teile ihrer Arbeit werden direkt durch KI ersetzt. Sie schreibt, dass sie nun schweren Herzens überlegen muss, sich wieder einen festen Job in Anstellung zu suchen.
Das ist ein schmerzhafter Moment. Aber hier braucht es einen ehrlichen Reality Check: Eine Festanstellung in dieser Branche zu finden, dürfte fast unmöglich sein. Aus genau denselben Gründen, aus denen ihre Agentur unter Druck gerät, stellt in diesem Bereich derzeit kaum noch jemand Mitarbeiter ein.
Mir fiel spontan das Buch Who Moved My Cheese? ein. Immer mehr Menschen machen derzeit genau diese Erfahrung. Unser bisheriges neoliberales Wertesystem ist nicht nachhaltig und nicht resilient. Es ist auf Effizienz, Status, Prestige und Umsatz getrimmt, geht aber an den physikalischen und biologischen Realitäten unseres Planeten komplett vorbei. Dass die Marketingindustrie jetzt in tiefe Schieflagen gerät, ist eine logische Folge dieser Disruption – und im Grunde längst überfällig.
Ich hoffe sehr, dass Rebecca ihren Weg durch diese Umbruchphase findet. Sie ist gut vernetzt und bringt viele Talente mit. Statt im alten Marketing-Hamsterrad zu verharren, liegt die Chance im echten Wandel. Ich sehe Potenziale für sie in Initiativen wie System Delta, bei Wandelkraft um Diana Osterhage oder in der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ). Dort lassen sich Fähigkeiten für etwas aufbauen, das wirklich nachhaltig ist. Vielleicht ergibt sich dazu im Frühjahr 2027 ein wertvoller Austausch.
