
Martin Oettings Satz „Die organisieren nichts“ bringt ein zentrales Problem auf den Punkt. Aber die Wahrheit geht noch tiefer: Es scheitert nicht nur daran, dass Vordenkerinnen keine Strukturen aufbauen, sondern dass jene Menschen, die vor Ort an der Basis organisieren wollen, im neoliberalen Existenzkampf schlichtweg zerrieben werden.
Wer in akademischen Zirkeln, Think Tanks oder Vorständen über die Wellbeing Economy oder die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) debattiert, blendet die harte Lebensrealität derer aus, die den Wandel eigentlich tragen müssten:
Hier prallen Welten aufeinander: Während Timo Wans vom Myzelium in den ersten drei Minuten eines Gesprächs 10.000 Euro Honorar für die Begleitung einer Genossenschaftsgründung aufruft, steht den Macherinnen an der Basis das Wasser bis zum Hals.
Wer wie Helena Steinhaus mit Sanktionsfrei e.V. die Daseinsvorsorge und den Schutz vor staatlicher Entmündigung nicht als Fundament begreift, betreibt Transformation als elitäres Hobby für Privilegierte. Echte Wirkungsökonomie erfordert den Abbau von Klassismus, das Aufbrechen patriarchal-akademischer Blasen und eine ehrliche finanzielle Transparenz.
Das historische Prinzip der Gemeinsamen Ökonomie (GemÖk) zeigt den Weg: Wir müssen finanzielle Macht und Ressourcen innerhalb der Community umverteilen. Diejenigen, die noch Spielraum haben, müssen den Geldbeutel aufmachen und die Menschen an der Front absichern. Genau das ist die Aufgabe von UNO.TEAM: Keine abgehobenen Manifeste, sondern die ehrliche, verbindende Klammer, die den Menschen vor Ort den Rücken freihält.
