Thought #389: Wie UNO.TEAM die Lücken der Transformationsbewegung schließt

Veröffentlicht am
October 8, 2026

Beim Kennenlerntreffen von System Delta e.V. mit Dr. Martin Oetting und Katharina Elshorst wurde mir erneut das enorme Potenzial alternativer Wirtschaftsmodelle bewusst. Die Initiative reiht sich ein in eine wichtige Bewegung gegen ein neoliberales System, das uns an den Rand des Kollapses bringt – an der Seite der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) von Christian Felber, des Myzelium/CSX-Netzwerks um Timo Wölzt und Dr. Hannah Heller oder des Leipzigern Konzeptwerks Neue Ökonomie. Alle stützen sich auf das starke Fundament von Vordenkerinnen wie Jason Hickel (Degrowth), Timothée Parrique und Dr. Maja Göpel.  

Doch trotz dieser positiven Energie zeigt sich bei vielen Organisationen ein tiefsitzendes strukturelles Problem: Sie verharren oft in einer akademischen Blase und fallen in Top-Down-Muster zurück. Wenn in ersten Treffen bereits darüber gesprochen wird, „Unterrichtsmaterialien“ zu erstellen oder aus dem Englischen zu übersetzen, wird der zweite Schritt vor dem ersten getan. Bevor man versucht, die Bevölkerung zu unterrichten, muss man erst einmal ihre Lebensrealitäten verstehen. Alleinerziehende Mütter im Burnout, ukrainische oder arabischsprachige Geflüchtete oder prekarisierte Akademikerinnen in Jobcenter-Strukturen haben schlichtweg keine Kapazitäten, um sich ehrenamtlich in akademischen Zirkeln zu engagieren.  

Zudem erreicht diese Theorie die Menschen vor Ort kaum. Das wurde mir erst kürzlich beim Treffen des Verbundes der Netzwerke zur Förderung des Strukturwandels in Delitzsch klar: Dort weiß kaum jemand, was die GWÖ, Degrowth oder das Myzelium überhaupt sind.  

Genau an dieser Schnittstelle setzt UNO.TEAM an. Unsere Aufgabe ist es nicht, den nächsten theoretischen Think Tank zu gründen, sondern die fehlende Brücke zu schlagen zwischen den großen Konzepten der Wellbeing Economy und den konkreten Alltagschancen der Menschen vor Ort:  

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