Vor einigen Wochen hat Natasa Dudar ein Arbeitsmodell für UNO.TEAM vorgeschlagen. Ganz oben steht dabei eine klare Arbeitsweise: Wer zieht, führt. Das bedeutet: Wer für ein Thema Energie verspürt, übernimmt die Verantwortung, entscheidet eigenständig und sorgt für Momentum, anstatt auf Perfektion zu warten.
Das ist in der Praxis eine riesige Herausforderung. UNO.TEAM formiert sich gerade, aber wir sehen uns physisch nicht; wir arbeiten rein remote. Das erfordert ein extrem hohes Maß an Selbstdisziplin. Genau deshalb habe ich 1000 Thoughts ins Leben gerufen: Es ist das zentrale, verbindende Element unserer Aktivitäten. Hier kann jede Person zeitunabhängig und asynchron nachlesen, wie Prozesse laufen und Entscheidungen reifen.
In Natasas Modell stecken Prinzipien, die ans Eingemachte gehen:
- Ehrlichkeit vor Harmonie: Nur weil wir uno.team in der Domain stehen haben, sind wir noch lange kein funktionierendes Team. Ein Team ist wie die Wahrheit – nichts Statisches, sondern ein dynamischer Prozess, der tägliche Arbeit erfordert.
- Verantwortung vor Kontrolle: Wir sind an feste Hierarchien und finanzielle Zwänge gewöhnt. Echte Eigenverantwortung erfordert Mut, weil man aus der Konformität ausbricht. Das können und wollen die wenigsten.
- Klarheit vor Perfektion: Wer auf Perfektion wartet, dreht sich nur in Strategierunden im Kreis und bewegt nichts.
- Beziehung ist Teil der Arbeit: Beziehung entsteht nicht auf dem Papier, sondern durch täglichen, lebendigen Austausch.
Fakten-Check & Hintergrund:
- Asynchrone Kommunikation & Remote Work: Studien zu modernen Arbeitswelten (z. B. von GitLab oder Doist) zeigen, dass ortsunabhängiges Arbeiten ohne zentrale Bürostruktur nur dann nachhaltig funktioniert, wenn Dokumentation asynchron erfolgt – also alle Teammitglieder zeitversetzt auf den aktuellen Wissensstand zugreifen können.
- Agile Führung („Wer zieht, führt“): Das Prinzip der stasi- und hierarchiefreien Selbstorganisation knüpft an agile Frameworks (z. B. Holakratie oder Sociocracy 3.0) an, bei denen Führung dynamisch an die Initiative und Domänenverantwortung einzelner Personen gekoppelt ist.
- Psychologische Sicherheit & Ehrlichkeit: Nach Untersuchungen des Google-Projekts Aristotle ist psychologische Sicherheit – inklusive der Freiheit, unschöne Wahrheiten offen anzusprechen – der wichtigste Erfolgsfaktor für Hochleistungsteams.