Die Mogelpackung der Gemeinwohl-Ökonomie: Wie deutsche Banken Genossenschaften systematisch blockieren

Veröffentlicht am
July 9, 2026
·   Interview von
Torsten Därr

Heute habe ich eine bittere Lektion über den Zustand unserer Demokratie gelernt – und über die wahren Gründe, warum die Zahl der Genossenschaftsgründungen trotz Initiativen wie GenoDigital (Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland e.V.) und der Ostwerk GmbH der Sparda-Bank Berlin auf einem erschreckend niedrigen Niveau dahindümpelt. Die Hauptursachen heißen strukturelle Marktverzerrung und massive Intransparenz.

Pioniere der Bewegung wie Johanna Kühner suggerieren auf ihren Websites und in den sozialen Netzwerken, dass man eine Genossenschaft ganz easy digital gründen könne. Tatsächlich ist diess Versprchen ein nettes Marketing-Vehikel für den eigenen Verein. Die Wahrheit auf der Straße ist ernüchternd: Ich habe heute mit der Volksbank Leipzig, der Sparda-Bank Berlin, der GLS Bank und der Sparkasse Leipzig telefoniert. Das Ergebnis? Alle haben mir eiskalt ins Gesicht gesagt, dass sie keinerlei Interesse an uns als Geschäftskunden haben. Sie weigern sich schlichtweg, das für die Gründung zwingend erforderliche Geschäftskonto zu eröffnen. Ohne Begründung, ohne Erklärung, ohne das Angebot einer Lösung. Dass eine Genossenschaftsbank, die den Begriff "Volk" im Namen führt und in der "Heldenstadt Leipzig" agiert sich so verhält ist mehr als ernüchternd.

Genau das ist für mich einer der Gründe für das Erstarken der AfD. Wer wie die Sparda-Bank auf der einen Seite damit wirbt, angeblich „gemeinwohlorientierte Genossenschaften im Osten“ zu fördern, im Alltag aber die absolute Basisinfrastruktur verweigert, der kommt seiner gesellschaftlichen Verantwortung nicht nach. Das ist einfach nicht anderes als eine dreiste Mogelpackung. Gesetzlich bist du als eG-Gründerin gezwungen, dieses Konto vorzuweisen, aber die Banken blockieren dich systematisch. Dass selbst die Genossenschaftsbanken jede Zusammenarbeit kategorisch ablehnen, ist eine bodenlose Frechheit.

Unser Anspruch ist es, diese strukturellen Hürden nicht einfach hinzunehmen, sondern diese Missstände transparent und schonungslos offenzulegen. Noch können wir reden, noch verbietet uns keine Behörde den Mund. Wir wollen anderen Gründerinnen, die den Kerngedanken einer Genossenschaft hochhalten, helfen, genau diese Geschäftskonto-Falle zu umgehen. Deshalb treffen wir uns nächste Woche mit Naja Schuller, der Initiatorin der SleepDrift eG, um zu erfahren, wie es den drei kreativen Gründerinnen hier in Leipzig gelungen ist, ihr Ding trotz aller Blockaden an den Start zu bringen.

Wir halten euch auf dem Laufenden.

PS: Inzwischen hat eine unserer Mitgründerinnen ihre persönlichen Kontakte zur Volksbank Leipzig spielen lassen. Vielleicht kriegen wir so doch noch einen Fuß in die Tür, um unser hart erspartes Geld auf ein Konto zu legen. Wenn das klappt, ist es ein wichtiger Etappensieg für uns – das strukturelle Problem von Klüngel, Vitamin B und Intransparenz löst es aber kein Stück. Es ist erst der Anfang.

Die Mogelpackung der Gemeinwohl-Ökonomie: Wie deutsche Banken Genossenschaften systematisch blockieren

Published on
July 9, 2026
·  Interview by
Torsten Därr

Heute habe ich eine bittere Lektion über den Zustand unserer Demokratie gelernt – und über die wahren Gründe, warum die Zahl der Genossenschaftsgründungen trotz Initiativen wie GenoDigital (Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland e.V.) und der Ostwerk GmbH der Sparda-Bank Berlin auf einem erschreckend niedrigen Niveau dahindümpelt. Die Hauptursachen heißen strukturelle Marktverzerrung und massive Intransparenz.

Pioniere der Bewegung wie Johanna Kühner suggerieren auf ihren Websites und in den sozialen Netzwerken, dass man eine Genossenschaft ganz easy digital gründen könne. Tatsächlich ist diess Versprchen ein nettes Marketing-Vehikel für den eigenen Verein. Die Wahrheit auf der Straße ist ernüchternd: Ich habe heute mit der Volksbank Leipzig, der Sparda-Bank Berlin, der GLS Bank und der Sparkasse Leipzig telefoniert. Das Ergebnis? Alle haben mir eiskalt ins Gesicht gesagt, dass sie keinerlei Interesse an uns als Geschäftskunden haben. Sie weigern sich schlichtweg, das für die Gründung zwingend erforderliche Geschäftskonto zu eröffnen. Ohne Begründung, ohne Erklärung, ohne das Angebot einer Lösung. Dass eine Genossenschaftsbank, die den Begriff "Volk" im Namen führt und in der "Heldenstadt Leipzig" agiert sich so verhält ist mehr als ernüchternd.

Genau das ist für mich einer der Gründe für das Erstarken der AfD. Wer wie die Sparda-Bank auf der einen Seite damit wirbt, angeblich „gemeinwohlorientierte Genossenschaften im Osten“ zu fördern, im Alltag aber die absolute Basisinfrastruktur verweigert, der kommt seiner gesellschaftlichen Verantwortung nicht nach. Das ist einfach nicht anderes als eine dreiste Mogelpackung. Gesetzlich bist du als eG-Gründerin gezwungen, dieses Konto vorzuweisen, aber die Banken blockieren dich systematisch. Dass selbst die Genossenschaftsbanken jede Zusammenarbeit kategorisch ablehnen, ist eine bodenlose Frechheit.

Unser Anspruch ist es, diese strukturellen Hürden nicht einfach hinzunehmen, sondern diese Missstände transparent und schonungslos offenzulegen. Noch können wir reden, noch verbietet uns keine Behörde den Mund. Wir wollen anderen Gründerinnen, die den Kerngedanken einer Genossenschaft hochhalten, helfen, genau diese Geschäftskonto-Falle zu umgehen. Deshalb treffen wir uns nächste Woche mit Naja Schuller, der Initiatorin der SleepDrift eG, um zu erfahren, wie es den drei kreativen Gründerinnen hier in Leipzig gelungen ist, ihr Ding trotz aller Blockaden an den Start zu bringen.

Wir halten euch auf dem Laufenden.

PS: Inzwischen hat eine unserer Mitgründerinnen ihre persönlichen Kontakte zur Volksbank Leipzig spielen lassen. Vielleicht kriegen wir so doch noch einen Fuß in die Tür, um unser hart erspartes Geld auf ein Konto zu legen. Wenn das klappt, ist es ein wichtiger Etappensieg für uns – das strukturelle Problem von Klüngel, Vitamin B und Intransparenz löst es aber kein Stück. Es ist erst der Anfang.